Henry vom Hafen

WDR - Servicezeit: Tiere suchen ein Zuhause vom28. November 2004

HenryBei unseren Dreharbeitenhaben wir Schäferhundmischling Henry zum ersten Mal gesehen.

Claudia Stellatou,österreichische Tierschützerin auf der griechischen Insel Kefalonia, fand ihn in einem erbärmlichen Zustand. Jeden Tag machte sie sich seitdem Sorgen, ob sie ihn noch lebend an der Futterstelle am Hafen finden würde. Denn den Menschen am Hafen wurde er lästig. Und das bedeutet immer Gefahr für Streuner.
Zu dem Zeitpunkt war ich, Margret Meinhardt,
(Tierheim Schleswig), gerade auf Kefalonia bei Claudia, ich habe Henry zwei Wochen vor seinem Abflug von Zakynthos nach Deutschland täglich betreut, ihn damas auch nach Zakynthos mit einigen anderen Hunden gebracht. Habe zu der Zeit ein Tagebuch geführt das über den Hergang berichtet.


03.07.2004

FlugEmpfang

Start in Schleswig und zwar pünktlich um 8.35 Uhr
15.00 Uhr in HH abgeflogen, - Ankunft Zürich 16.00 Uhr,  -  Abflug Zürich Athen 22.00 Uhr

Ankunft Athen 24.00 Uhr, super Stimmung am Athener Flughafen, alle Griechen wollen zum Endspiel nach Portugal, drei Zusatzflugzeuge eingesetzt. Frenetische Jubelgesänge und toll ausstaffierte Griechen.


04.07.2004

Um 700 Uhr morgens, endlich in Kefalonia. >Herzlicher Empfang von Claudia, Tasse Kaffee getrunken einen Augenblick unterhalten und dann todmüde ins Bett gefallen. Nach ein paar Std. Schlaf nachmittags zum Strand gegangen, der Rückweg war bei der Hitze sehr anstrengend, dass hatte ich nicht vermutet.

Abends dann das Endspiel….  Griechenland Portugal….. Griechenland hat es tatsächlich geschafft. Herzlichen Glückwunsch….. Raketen, Bollerschüsse, hupende Autos im Dorf Spartia.


05.07.2005

9.15 Uhr wach geworden, gefrühstückt, bis Mittags mit Claudia geredet dann mit Claudias Auto zum Strand, besser is.
Gegen 17.00 Uhr bei Patvorbeigeschaut, den Henry ( Schäferhundmix, den ich am Di den 13.07 mit derFähre nach Zakynthos zu dortigen Tierschützern bringe, damit er nach Deutschland fliegen kann.)besucht, werde bis dahin jeden Tag mit ihm spazieren gehen. Er ist nur Haut und Knochen, aber sehr, sehr lieb.


06.07.2004

Heut um 8.00 Uhr aufgestanden, weil ich zu Henry wollte um mit ihm
spazieren zu gehen, leider misslungen, da ich nicht den richtigen Weg zu Pat
fand, nach langem suchen habe ich es dann aufgegeben und bin zum Strand
gefahren. Gegen 16.00 Uhr zurück ins Dorf Spartia, dort erwartete mich dann die frohe Botschaft, dass ich Oma von einem strammen Jungen geworden bin, alles gesund, Gott sei Dank. Das habe ich heute abend mit Claudia gefeiert, indem wir Essen gegangen sind an der Burg auf dem Enos.Nun kann der Kleine auch pieschen.--- Ein ereignisreicher Tag.---


07.07.2004

MeerHeute morgen mit Henry und noch einem Hund spazieren gegangen. Danach hat Pat mich zum  Strand gefahren. Gegen15. 00 Uhr hat Claudia mich abgholt, weil sie das Auto brauchte. Dann bin ich zumHafen nach Pessada gefahren, von dort geht die Fähre nach Zakynthos rüber.



AbendAuf dem Rückweg bin ich geradewegs auf diebrennenden Wälder zugefahren, habe Foto’s gemacht. Heute abend der letzte Abend mit Claudia, dann muss ich alleine zurecht kommen.






08.07.2004

Heute ist Claudia abgefahren, eine Riesenliste hat sie für mich da gelassen.

StrandHeute eine schöne Autotour von 120 km gemacht, habe mich von den Reizen dieser Insel bezaubern lassen. Viel am Wasser entlang gefahren auf dem Rückweg dann auch durchs Gebirge, die Tour ist auf der Karte eingezeichnet.





09.07.2004

Die Hunde haben die Nacht bei mir geschlafen, entsprechend unruhig warmein Schlaf, gegen 5.30 Uhr wach geworden und aufgestanden, so konnte ichjedenfalls den Sonnenaufgang fotografieren.

 AbendsonneMit Vasilis nach Argostoli gefahren um die Impfpässe vom Veterinärarzt für die Welpen( die am Di. auch nach Deutschland fliegen) ausfüllen zu lassen, es fehlt die Chipnr. Müssen nun noch nachgereicht werden. Vasilis kümmert sich darum. Gegen Mittag eine kleine entzückende Bucht bei Pessada.
Heute abend zum Shoppen und Essen nach Argostoli gefahren. Sitze jetzt 20.50 Uhr in der Taverne *La Gitarra* drei Herren spielen Gitarre und singen dazu, so wie ich es mag, so könnte ich jeden Tag verbringen, natürlich noch besser mit Kai an meiner Seite.


10.07.2004

RückfahrtWieder um 6.00 Uhr aufgestanden –die  Hunde-. Heute eine Std. mit Henry spazieren gegangen, er ist ein armer Kerl. Danach nach Lixouri gefahren, die Halbinsel Kefalonias, gefällt mir nicht so sehr, sieht so ein bisschen aus wie eine Mondlandschaft mit roten Sandstränden.
Um 16. OO Uhr zurück mit der Fähre nach Argostoli. Heute Abend wird es ein ruhiger Abend werden.

 

11.07.2004

Wieder früh aufgestanden, mit Lucy, Bruno und Pepino spazieren gegangen, dann zu Henry, danach zum Aventhos Strand, bei Pat in der Nähe. Abends bei Ulrike und Heiner eingeladen und ordentlich Wein getrunken.


12.07.2004

Heute morgen nach dem Weingenuss von gestern bis 8.00 Uhr geschlafen, Spaziergang mit den drei Hunden fiel aus. Mit Henrynatürlich nicht, war ja auch das letzte Mal, morgen bringe ich ihn mit der Fähre rüber nach Zakynthos. Hoffentlich findet er ein schönes Zuhause.
HenryDanach zur Myrthos Bucht gefahren und gebadet, sie wird wirklich ihrem Ruf, die schönste Bucht auf Kefalonia zu sein, gerecht, weißer glattgeschliffener Kieselstrand, ganz klares blaues Wasser und ein schöner Wellengang, danach nach Fiscardo gefahren und die restlichen Mitbringsel gekauft. Eine Tour nach Fiskardo etwa 60 km.

 


13.07.2004

Heute morgen um 5.30 Uhr aufgestanden, dann ist mir auch noch Pepino ausgebüchst, Gott sei Dank wieder nach Hause gekommen, bevor ich zur Fähre (Fairy boot) musste.
Dort bekam ich dann von Pat zwei Welpen, eine Hündin in zwei Boxen und Henry an der Leine übergeben.
Henry hatte ganz viel Angst, als er mich sah wurde er aber schon etwas ruhiger. Henry, die treue Seele, nach ein paar Tagen hängt er schon so vertrauensvoll an mir.
HenryAngelika Liebermann eine Tierschützerin auf Zakynthos bringt die Hunde heute abend zum Flughafen. Sie leben seit 6 Jahren auf Zakynthos, haben ein sehr schönes Haus, leben von Vermietung, Ackerbau und Viehzucht.
Henry so verängstigt zurück zu lassen, hat mir das Herz gebrochen. Seine Zukunftsaussichten sind auf Grund seiner vermutlich schon weit fortgeschrittenen Leishmania nicht gut, vielleicht wäre es für ihn besser gewesen ihn auf Kefalonia , dort wo er lebte, in Pessada, ihm jeden Tag sein Futter und ein bisschen Liebe zu geben und wenn es dann gar nicht mehr gegangen wäre, ihn zu erlösen. Tierschutz ist schwer.
Habe zu Mittag viel zu viel gegessen. Saganaki, griechischen Salat, Dalmadaki. Tsatziki und Brot, ich glaube, dass war Frustessen.
Der restliche Nachmittag verlief, abgesehen davon, dass ich mir ein paar goldene Ohrringe gekauft habe ( griechisches Muster natürlich) traurig. Ich musste immer an den armen Henry denken und an das was Angelika Liebermann über die Leishmania gesagt hat.


14.07.2004

Heute morgen mit total verqoullenen Augen aufgewacht, wahrscheinlich vom Wind und vom vielen Weinen um Henry. Warte jetzt auf einen Anruf von Bianca aus Deutschland, sie holt die Hunde vom Frankfurter Flugplatz ab. Für den Rest Strand und Badetag. Abends in der Nachbar-Taverne Essen gegangen, anschließend mit den drei Hunden schlafen gegangen.


15.07.2004

 

Heute morgen wieder in aller Herrgottsfrühe von den Hunden geweckt worden, langen Spaziergang gemacht. Anschließend schlechte Nachrichten, durch e-mail, von Henry. Er ist in einem jämmerlichen Zustand, aufgrund dessen hat die Pflegestelle jetzt gesagt, sie wollen ihn nicht. Man hätte ihn besser hier lassen sollen. Das macht mir das Herz so schwer, ich werde alle Hebel in Bewegung setzen um für Henry eine liebe Fam. zu finden, die bereit ist viele Tierarztkosten und viel Leid auf sich zu nehmen, das wird sicher nicht einfach sein.
Heute Nachmittag Strandtag. Heute abend kam die beruhigende Nachricht von Cornelia (WDR), das Henry im Moment bei einer Dame in einer kleinen Wohnung lebt und umsorgt wird. Gott sei Dank.
Heute abend bei Ulrike und Heiner wieder mal einen feucht fröhlichen Abend verbracht, es wurde 3.00 Uhr nachts.


16.07.2004

Dementsprechend länger habe ich heut morgen geschlafen, lasse den Spaziergang mit den Hunden bei Pat ausfallen. Heute wieder Badetag, habe keine Lust mehr zu langen Autofahrten, habe ja auch die wichtigsten Orte gesehen (Sami, Poros, Skala, Fiskardo, Lixouri, Myrthos Bucht und natürlich Argostoli.

Heute abend werde ich noch mal nach Argostoli fahren, brauche nämlich noch Geld für die Rückreise.


17.07.2004

Letzter Tag, um 6.00 Uhr aufgestanden. Habe mir auf dem Spaziergang mit den Hunden das letztemal die Nase mit dem Duft Kefalonias  vollgesogen, Thymian, Fenchel, Jasmin. 10.30 Uhr das letztemal die Bucht von Spartia. Konnte Gott sei Dank am Strand etwas schlafen, die Nacht in Athen wird noch lang genug. Freue mich auf Kai und mein Zuhause, nicht auf die liegen gebliebene Tierschutzarbeit. 21.40 Uhr Abflug Kefalonia, Vasilis hat mich zum Flughafen gebracht.


18.07.2004

Abflug7.00Uhr Weiterflug von Athen nach Zürich, habe auf dem Athener Flughafen ein wenigschlafen können.
Hier enden meine Eintragungen.

 Es war eine sehr, sehr schöne Zeit.

 Danke Kai, danke Claudia.



Herzlichen Dank an Frau Meinhardt, das wir diesen Erlebnisbericht veröffentlichen dürfen.